Ratgeber

Flachdach sanieren mit sicherem Aufbau, Abdichtung und Entwässerung

Aufbau, Abdichtung und Entwässerung eines flachen Daches verständlich erklärt, samt der Frage nach Überbauen oder Rückbau.

Fachbeitrag von RaBau Komplettsanierung · Thema Dachsanierung

Ein Flachdach hat einen schlechten Ruf, den es so nicht verdient. Undicht wird es fast nie wegen seiner Form, sondern wegen Fehlern im Aufbau, an den Anschlüssen oder in der Entwässerung. Ein sauber geplantes und sorgfältig ausgeführtes flaches Dach hält viele Jahrzehnte. Wer saniert, hat zudem den Vorteil, den gesamten Aufbau neu ordnen und dabei Dämmung, Gefälle und Abläufe gleichzeitig auf einen zeitgemäßen Stand bringen zu können.

Dieser Beitrag erklärt, worauf es beim Flachdach sanieren ankommt. Er beschreibt zuerst den grundsätzlichen Unterschied zum geneigten Dach, stellt dann die üblichen Aufbauten vor und geht auf Abdichtungsbahnen, Anschlüsse sowie die Entwässerung ein. Zum Schluss wird der typische Ablauf einer Sanierung beschrieben, samt der Frage, wann eine vorhandene Abdichtung überbaut werden darf und wann nur der vollständige Rückbau weiterhilft.

Warum ein Flachdach anders funktioniert als ein geneigtes Dach

Der entscheidende Unterschied liegt im Umgang mit Wasser. Ein geneigtes Dach ist regensicher, es leitet Niederschlag über einander überlappende Elemente ab. Ein Flachdach dagegen ist abgedichtet. Seine Oberfläche bildet eine geschlossene, wasserdichte Wanne, die auch stehendem Wasser standhalten muss. Damit fehlt eine zweite Ebene, die Fehler auffangen könnte. Jede undichte Naht und jeder unsauber ausgeführte Anschluss führt unmittelbar zu einem Wassereintritt in die Konstruktion.

Daraus folgt eine zweite Besonderheit. Wasser, das durch eine Fehlstelle eindringt, verteilt sich zwischen den Schichten und tritt oft weit entfernt wieder aus. Die Suche nach der Ursache ist deshalb aufwendig und gelingt selten durch bloßes Hinsehen. Fachbetriebe arbeiten mit Prüfverfahren, die die Abdichtung gezielt auf Undichtigkeiten untersuchen, statt die Fläche an gut zugänglichen Stellen versuchsweise zu öffnen und dabei neue Schwachstellen zu schaffen.

Hinzu kommt die thermische Belastung. Eine dunkle Abdichtung heizt sich im Sommer stark auf und kühlt in der Nacht wieder ab. Dieses ständige Arbeiten beansprucht Material und Nähte über Jahrzehnte hinweg. Auflasten aus Kies, Platten oder einer Begrünung mildern die Ausschläge deutlich und verlängern damit die Lebensdauer der Abdichtung. Zugleich erhöhen sie die Last auf die Decke, was in die statische Betrachtung gehört.

Warmdach, Kaltdach und Umkehrdach im Aufbau

Beim Warmdach liegen alle Schichten unmittelbar aufeinander. Auf die Tragschicht folgen Dampfsperre, Dämmung und Abdichtung ohne belüfteten Zwischenraum. Dieser einschalige Aufbau ist heute der Regelfall, weil er einfach herzustellen und dauerhaft ist. Voraussetzung ist eine wirklich dichte Dampfsperre unter der Dämmung, denn Feuchtigkeit, die einmal eingeschlossen wurde, findet in diesem Aufbau keinen Weg mehr nach außen und bleibt dauerhaft im Bauteil.

Das Kaltdach besitzt dagegen einen belüfteten Hohlraum zwischen Dämmung und Abdichtung. Die Luftschicht soll Feuchte abführen. In der Praxis funktioniert das nur bei ausreichend großen und dauerhaft freien Öffnungen, was auf kleinen Flächen und bei verwinkelten Grundrissen schwer sicherzustellen ist. Bei Sanierungen wird ein vorhandenes Kaltdach deshalb häufig in einen einschaligen Aufbau umgebaut, sofern die Höhen an Türen und Anschlüssen das zulassen.

Wann ein Umkehrdach infrage kommt

Beim Umkehrdach liegt die Dämmung oberhalb der Abdichtung und wird von einer Auflast beschwert. Die Abdichtung ist dadurch vor Hitze, Frost und mechanischer Beschädigung geschützt und altert entsprechend langsamer. Voraussetzung ist ein Dämmstoff, der dauerhaft kein Wasser aufnimmt, in der Regel ein geschlossenzelliger Hartschaum. Der Aufbau eignet sich besonders für Terrassen und begehbare Flächen, verlangt aber eine Decke, die die zusätzliche Last sicher aufnehmen kann.

Abdichtungsbahnen und ihre Verlegung

Für die Abdichtung stehen zwei große Gruppen zur Verfügung. Bitumenbahnen werden üblicherweise in zwei Lagen verlegt und miteinander verschweißt. Sie sind robust, reparaturfreundlich und verzeihen kleinere Unebenheiten im Untergrund. Kunststoffbahnen etwa aus Polyolefin, Weich-PVC oder synthetischem Kautschuk kommen dagegen einlagig aus. Sie sind leichter und dünner, werden mit Heißluft gefügt und benötigen einen sorgfältig vorbereiteten, ebenen Untergrund ohne scharfe Kanten.

Die Befestigung erfolgt lose mit Auflast, mechanisch mit Schrauben und Tellern oder vollflächig verklebt. Die lose Verlegung ist schnell und schont die Bahn, verlangt aber eine ausreichende Beschwerung gegen Windsog. Die mechanische Befestigung kommt ohne Auflast aus und eignet sich für leichte Konstruktionen, überträgt die Windkräfte jedoch punktuell in die Bahn. Die Verklebung ergibt den ruhigsten Aufbau und ist an stark windbelasteten Rändern gebräuchlich.

Anschlüsse, Aufkantungen und Durchdringungen

Die meisten Schäden entstehen nicht in der Fläche, sondern an ihren Rändern. Die Abdichtung muss an aufgehenden Bauteilen ausreichend hoch geführt und oben mechanisch gesichert werden, damit sie nicht abrutscht. Türschwellen, Lichtkuppeln, Lüfter, Geländerstützen und Leitungen sind sorgfältig einzubinden, im Zweifel mit vorgefertigten Formteilen. Jede zusätzliche Durchdringung ist eine mögliche Schwachstelle und sollte bereits in der Planung auf das Notwendige beschränkt werden.

Entwässerung und Gefälle richtig planen

Ein Flachdach ist nie wirklich eben. Es erhält ein Gefälle, damit Wasser sicher zu den Abläufen findet. Erzeugt wird dieses Gefälle entweder durch die Tragkonstruktion selbst oder durch eine keilförmig zugeschnittene Gefälledämmung, die bei Sanierungen der übliche Weg ist. Fehlt ein wirksames Gefälle, bilden sich Pfützen, in denen sich Schmutz sammelt, Bewuchs entsteht und die Abdichtung schneller altert als in der übrigen Fläche.

Ebenso wichtig ist die Lage der Abläufe. Sie gehören an die tiefsten Punkte und dürfen nicht unmittelbar an aufgehende Bauteile stoßen, damit sie sauber eingebunden werden können. Laubfangkörbe verhindern das Zusetzen, müssen aber regelmäßig geleert werden. Bei innenliegender Entwässerung führen die Leitungen durch das Gebäude, weshalb ein Schutz gegen Kondensat und eine gute Zugänglichkeit für die Wartung eingeplant werden sollten.

Notentwässerung als zweite Sicherheitsebene

Fällt der reguläre Ablauf aus, etwa durch Laub oder Eis, steigt das Wasser auf der Fläche an. Weil Wasser sehr schwer ist, kann eine ungewollt geflutete Dachfläche die Decke rasch überlasten. Deshalb gehört zu jeder Flachdachplanung eine Notentwässerung, die oberhalb der normalen Ablaufhöhe ansetzt und sichtbar ins Freie führt. Der sichtbare Austritt ist ausdrücklich gewollt, denn er zeigt sofort an, dass die reguläre Entwässerung gestört ist.

Ablauf einer Sanierung und die Frage nach dem Rückbau

Am Anfang steht die Untersuchung des Bestands. Geprüft werden der vorhandene Schichtaufbau, der Feuchtezustand der Dämmung, die Tragfähigkeit der Decke und der Zustand aller Anschlüsse. Häufig werden dafür kleine Öffnungen angelegt, aus denen sich der Aufbau ablesen lässt. Erst danach lässt sich seriös entscheiden, ob eine Ausbesserung genügt, ob über dem Bestand aufgebaut werden kann oder ob ein vollständiger Rückbau erforderlich ist.

Ist die vorhandene Dämmung trocken und die Abdichtung lediglich gealtert, kann ein Aufbau über dem Bestand sinnvoll sein. Das spart Entsorgung und hält das Gebäude während der Arbeiten geschlossen. Voraussetzung sind ausreichende Höhen an Türen und Anschlüssen sowie eine Decke, die die zusätzliche Last trägt. Ist die Dämmung dagegen durchfeuchtet, hilft nur der Rückbau, denn eingeschlossene Feuchte trocknet in einem geschlossenen Aufbau nicht mehr aus.

Danach folgen Vorbereitung des Untergrunds, der Einbau von Dampfsperre, Dämmung und Gefälle, das Verlegen der Abdichtung, die Ausbildung der Anschlüsse und zuletzt Auflast oder Begrünung. Jeder dieser Schritte muss witterungsabhängig geplant werden, weil eine geöffnete Fläche nicht über Nacht ungeschützt bleiben darf. Deshalb wird meist abschnittsweise gearbeitet und jeder Abschnitt am selben Tag geschlossen. RaBau Komplettsanierung beginnt solche Vorhaben mit einer kostenlosen und unverbindlichen Erstberatung, gefolgt von Besichtigung, Angebot und Planung, und stellt für die Ausführung einen festen Ansprechpartner bis zur Schlüsselübergabe.

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Punkte für die Planung einer Flachdachsanierung

  • Lassen Sie den vorhandenen Schichtaufbau durch gezielte Öffnungen feststellen.
  • Prüfen Sie, ob die Dämmung trocken ist, bevor über ein Überbauen entschieden wird.
  • Klären Sie die Tragfähigkeit der Decke für Auflast, Begrünung und zusätzliche Schichten.
  • Achten Sie auf ein durchgehendes Gefälle ohne stehende Pfützen in der Fläche.
  • Kontrollieren Sie, ob die Abläufe an den tiefsten Punkten liegen und frei zugänglich sind.
  • Sehen Sie eine Notentwässerung vor, die sichtbar ins Freie entwässert.
  • Beschränken Sie Durchdringungen der Abdichtung auf das wirklich Notwendige.
  • Planen Sie eine regelmäßige Kontrolle von Anschlüssen und Abläufen fest ein.

Häufige Fragen

Häufige Fragen zum Thema Flachdach sanieren

Typische Hinweise sind feuchte Flecken an der Deckenuntersicht, abplatzender Putz und ein modriger Geruch in darunterliegenden Räumen. Auf der Fläche selbst deuten Blasen, offene Nähte, Risse in der Bahn und dauerhaft stehendes Wasser auf ein Problem hin. Die genaue Stelle lässt sich meist nur mit einem Prüfverfahren zuverlässig eingrenzen.

Das ist möglich, wenn die darunterliegende Dämmung trocken ist und der Untergrund tragfähig bleibt. Zusätzlich müssen die Anschlusshöhen an Türen und Aufkantungen den neuen Aufbau zulassen und die Decke die zusätzliche Last aufnehmen können. Bei durchfeuchteter Dämmung ist ein Überbauen dagegen keine dauerhafte Lösung.

Eine wirksame Neigung ist immer besser als eine rechnerisch ebene Fläche, auch wenn sie mit bloßem Auge kaum auffällt. Wichtig ist, dass jeder Punkt der Fläche zu einem Ablauf entwässert und keine Senken entstehen. Die konkrete Neigung ergibt sich aus dem gewählten Abdichtungssystem und der Form des Daches.

Nein, entscheidend ist die Tragfähigkeit der Decke, denn ein durchnässter Aufbau wiegt deutlich mehr als im trockenen Zustand. Außerdem braucht es eine durchwurzelungsfeste Abdichtung sowie Kies oder Platten als Freistreifen an Rändern und Abläufen. Wo diese Bedingungen erfüllbar sind, schützt die Begrünung die Abdichtung spürbar.

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